Entdeckenswerte Werke des 19. Jahrhunderts für Flöte und Orgel
Romantische Musik für Flöte und Orgel
Ob für einen festlichen Gottesdienst oder ein Kirchenkonzert – die Besetzung Flöte und Orgel ist klanglich besonders reizvoll und lässt sich mit geringem organisatorischem Aufwand realisieren.
Obwohl diese Kombination sehr beliebt ist, gibt es vergleichsweise nur wenige Originalkompositionen. Der Dr. Butz Verlag hat sich diesem Thema mit der dreibändigen Reihe „Romantische Musik für Flöte und Orgel“ angenommen und bekannte Werke ebenso wie lohnende Entdeckungen weniger bekannter Komponisten in gelungenen Arrangements für Flöte und Orgel zugänglich gemacht.
Ein Blick in die Inhaltsverzeichnisse zeigt bekannte Namen wie Théodore Dubois, Alexandre Guilmant, Charles-Marie Widor, Josef Rheinberger, Max Reger, Edward Elgar und sogar Peter Tschaikowski.
Romantische Musik für Flöte und Orgel Band 1
Der erste B
and beginnt mit der träumerisch-melodischen Cantilène nuptiale sowie der innigen Cantilène religieuse von Théodore Dubois. Dazu gesellt sich die stimmungsvolle Cantilène pastorale von Alexandre Guilmant.
Ein besonderes Highlight bildet die Rhapsodie von Josef Gabriel Rheinberger. Sie wurde ursprünglich für Oboe und Orgel komponiert und später vom Komponisten selbst für Violine und Orgel bearbeitet. Daraus entstand die Idee, dieses zwar technisch anspruchsvolle, aber ausgesprochen melodische Werk auch für Flöte und Orgel herauszugeben.
Romantische Musik für Flöte und Orgel Band 2
Auch der
zweite Band hält zahlreiche romantische Kostbarkeiten bereit. Gleich zu Beginn findet sich der bekannte Abendfriede von Josef Gabriel Rheinberger. Das ursprünglich 1888 entstandene Charakterstück für Orgel kann sowohl musikalisch als auch inhaltlich als Gegenstück zu Rheinbergers wohl bekanntestem Chorwerk Abendlied verstanden werden. Der Abendfriede ist außerdem als Einzelausgabe für Flöte und Orgel im Dohr Verlag erschienen.
Passend dazu beginnt der nächste musikalische Tag mit dem stimmungsvollen Morgengebet (Matins) des englischen Komponisten William Faulkes (1863–1933). Der heute leider weitgehend vergessene Organist und Komponist hinterließ über 800 Orgelwerke und besaß ein besonderes Gespür für melodisch eingängige Musik.
Dass schöne Melodien oft keiner Worte bedürfen, beweist Alexandre Guilmant mit seiner Romance sans paroles, die vermutlich in Anlehnung an Mendelssohns berühmte Lieder ohne Worte entstanden ist.
Die bekannte Barcarole von Peter Tschaikowski aus dem Klavierzyklus Die Jahreszeiten (Juni) erinnert mit ihrer Melodik an russische Volksmusik und zählt zu den beliebtesten romantischen Charakterstücken.
Ungewöhnlich heiter präsentiert sich Max Reger mit seinem Allegretto grazioso, das ursprünglich für Flöte und Klavier als Beilage einer Leipziger Musikzeitschrift entstand.
Den Abschluss des Bandes bildet das stimmungsvolle Nocturne von Charles-Marie Widor, der vor allem durch die berühmte Toccata aus seiner 5. Orgelsinfonie bekannt wurde.
Romantische Musik für Flöte und Orgel Band 3
Der dritte Band beginnt mit dem woh
l bekanntesten Werk der Sammlung: To a Wild Rose des amerikanischen Komponisten Edward MacDowell (1861–1908). Das Stück stammt aus dem Klavierzyklus Woodland Sketches und begeistert durch seine schlichte, folkloristisch geprägte Melodik.
Es folgt die von spanischem Kolorit geprägte Canción in c-Moll von Manuel de Falla (1876–1946), der vor allem durch seine Ballettmusiken internationale Bekanntheit erlangte.
Auch Edward Elgar, Sohn eines Musikalienhändlers und als Komponist weitgehend Autodidakt, ist mit seinem beliebten Chanson de Matin vertreten. Das Werk entstand ursprünglich für Violine und Klavier und zählt bis heute zu seinen eingängigsten Kompositionen.
Den musikalischen Höhepunkt des Bandes bildet die besonders kantable Melodie des polnischen Pianisten und Komponisten Ignacy Jan Paderewski. Das zwischen 1885 und 1896 entstandene Klavierstück überzeugt durch seine ausdrucksvolle Romantik und stellt zugleich hohe musikalische Anforderungen.
Mit der Caprice zeigt sich schließlich auch Max Reger von seiner ungewöhnlich melodischen Seite. Das Werk erschien ursprünglich als Beilage der Zeitschrift Blätter für Haus- und Kirchenmusik.
Weitere empfehlenswerte Ausgaben
Freunden romantischer Musik sei außerdem das Flöte- und Orgel-Album mit Werken von Gabriel Fauré empfohlen. Die Sammlung enthält Bearbeitungen bekannter Orchesterwerke, Werke für Flöte und Klavier sowie Chorstücke aus der Messe basse und den beliebten Cantique de Jean Racine.
Besonders empfehlenswert sind die beschwingte Berceuse, die bereits bei mäßigem Schwierigkeitsgrad hervorragend wirkt, sowie die Bearbeitung des Pie Jesu aus Faurés Requiem, die sich auch sehr gut für Trauerfeiern eignet.

Wer sich an anspruchsvollere romantische Konzertliteratur wagen möchte, findet im Flötenkonzert von Johann Christian Heinrich Rinck (1770–1846) eine reizvolle Entdeckung. Das Werk erschien ursprünglich als Orgelstück im fünften Band seiner Praktischen Orgelschule und wirkt wie die Orgelbearbeitung eines fiktiven Konzerts für Flöte und Orchester – eine ideale Grundlage für die Bearbeitung für Flöte und Orgel.
Einen glanzvollen Abschluss bildet schließlich das Concertino von Cécile Chaminade. Ursprünglich als Prüfungsstück für das Pariser Konservatorium komponiert, zählt es heute zu den bekanntesten Werken der romantischen Flötenliteratur. Die Bearbeitung von Heinz-Peter Kortmann belässt die originale Flötenstimme unverändert und überträgt den Orchesterpart wirkungsvoll auf die Orgel.